Hallo, nun weiß ich nicht wie man in so einem Forum arbeitet. Ich habe nur einmal das Bedürfnis meinen Weg zu beschreiben und suche Zuhörer auf der leisesten Art.
Ich gehöre auch zu denjenigen die von sich sagen: an einer Insolvenz sind nicht die anderen schuld, sondern einzig und allein ich selbst, denn ich allein habe jegliche Unterschriften geleistet bei vollstem Verstand. Ich darf heute nicht jammern sondern muß mein Schicksal selbst in die Hand nehmen und das Beste draus machen. Wie viel Zeit habe ich?
Es wird ein etwas längerer Bericht und insofern bitte ich vorab um Entschuldigung für die Fülle.
Viele Fehler sind mir unterlaufen: Ich bin das klassische Beispiel im Geschäftsleben: mein Chef hat sich in mich verliebt und ich mich in ihn! An der Seite meines Chefs habe ich wahnsinnig viel gelernt aber letztendlich auch nun den Kampf (fast) verloren. Ich schreibe detaillierter in der Hoffnung das ich jemanden finde der meine Meinung vertritt: Mädchen das ist nicht koscher verlaufen. Ich werde das Gefühl nicht los „über den Tisch gezogen“ zu sein. Was wäre geschehen wenn ich meine Unterschriften verweigert hätte? Das ist mein Schicksal, ein Weg den ich veröffentliche damit andere „Insolventen“ sich genau überlegen wie viel Altlasten sie vertragen um ein „schieres“ Leben führen zu können. Ich hatte den Stolz „es“ zu schaffen, auch den Mut, aber es fehlt mir die Kraft zum durchhalten. Könnte ich das Rad zurück drehen so würde schon die erste „Unterzeichnung“ eine Verweigerung sein.
Fehler Nummer 1: Mein Chef war mit meiner Leistung so zufrieden das ich das Angebot der Geschäftsführerin bekam. Mein Bauchgefühl sagte nein, aber mein Kopf war anderer Meinung. So wurde im Jahr 1999 mein Posten vor dem Notar bekundet. Zahlreiche geschäftliche Veränderungen standen an: Umzug in neue Geschäftsräume, Einkauf im Ausland, Personalaufstockungen etc. Irgendwann kam unser damaliges Steuerbüro auf die glorreiche Idee: nicht nur Geschäftsführerin sondern Gesellschafter-Geschäftsführerin unserer GmbH sollte ich werden. Toll verpackt wurde es mit den Worten: dann ist die Weiterführung gewährleistet im Falle eines Falles. Zwischenzeitlich hatte mein Chef die Scheidung eingereicht und ich wollte an seiner Seite bleiben, also sah ich darin mehr oder weniger eine Verpflichtung mich wieder einmal zum Notar zu begeben im Jahr 2001 und den nötigen Eintrag vornehmen zu lassen. Ich erwarb „dummerweise“ die Mehrheit, also 51% der GmbH-Anteile.
Fehler Nummer 2: Mit dem Umzug in die neuen Geschäftsräume erhielten wir auch einen neuen Mietvertrag. Das Gebäude wurde von einer Versicherung erstellt und wir konnten über 650 m² Fläche verfügen. Der Vertrag wurde zwischen meinem Mann (damals Chef) und dem Vermieter im September 1999 per Handschlag geschlossen. Richtig nach alter Schule, das Kaufmannswort gilt! Im Januar zogen wir ein ohne ein schriftliches Dokument zu kennen. Im Februar wurde uns per Kurier ein Umschlag der Versicherung geschickt, Inhalt der Mietvertrag. Mit einer für mich damals riesengroßen Stolperfalle: im Anhang eine Bürgschaftserklärung die zu unterzeichnen war. Mein Mann erkundigte sich bei dem Herrn Direktor der Versicherung warum diese Bürgschaft Bestandteil des Vertrages ist. Die Antwort: Das machen Versicherungen immer so, das ist nicht von Bedeutung. Ich wollte mich sträuben, aber mein Mann redete auf mich ein und letztendlich sah ich selbst keinen anderen Weg als zu unterzeichnen, denn ich hielt die Mehrheit der Anteile.
Fehler Nummer 3: Ich unterrichtete nicht unsere Hausbank über den Erwerb der Mehrheitlichen Anteile. Und zwar aus dem Grunde nicht: ich fragte unseren Steuerberater ob ich nicht bekannt geben müsste das ich die Mehrheit erworben habe. Seine Antwort: die Bank erhält jedes Jahr die Bilanz und da wird sie dann ersehen das die Anteile veräußert sind und die GmbH nun 2 Gesellschafter hält. Das ging im Jahr 2001 gut und auch im Jahr 2002. Um unser Sortiment zu vergrößern brauchten wir einen Kredit und gingen gemeinsam zur Bank um dies in die Wege zu leiten. Bis dahin war mein Mann ein angesehener Kaufmann in unserer Kleinstadt und er bewies über 15 Jahre dass sein Konzept aufging. Wir waren nicht das erste Mal gemeinsam bei unserer Hausbank, schon ein paar Mal zuvor war ich anwesend, allein schon um eine Kontovollmacht zu erhalten. Ich wurde immer als „Geschäftspartnerin“ vorgestellt. Im November 2003 „stolperte“ unsere Ansprechpartnerin über den Anhang der alljährlichen Bilanz, nämlich darüber das ich eine Gesellschafts-Geschäftsführerin bin. Das Gespräch wurde abrupt abgebrochen mit dem Hinweis diese Thematik eine Etage höher zu leiten. Wir wurden geladen zum „Sparkassenleiter“. Da uns nicht sehr wohl war haben wir unseren Steuerberater gebeten anwesend zu sein. Was sich bei diesem Termin abspielte ist ein wahrer Albtraum, ich hatte das Gefühl das sich dieser Leiter regelrecht in seiner Position aalte und uns niedermachte wo er nur konnte. Das Resultat: unser Kontokorrent wurde schmerzlich gekürzt und mir wurden Bürgschaftsverträge vorgelegt die ich zu unterzeichnen hatte. -nur ein kleiner Hinweis: ich hatte mich erkundigt ob ich verpflichtet bin der Hausbank mitzuteilen das ich die Mehrheit der Anteile besaß!!!!
Fehler Nummer 4: Das ist eine Sache die meinen Mann betrifft aber ich damit konfrontiert werde auf Schritt und Tritt. Die Scheidung. Die erste Frau meines Mannes sollte mehr erhalten als eigentlich gedacht war. Aber das genügte nicht, ein bitterer Kampf wurde geführt bis in die Öffentlichkeit (unsere Kundinnen) hinein. Man erklärte sich solidarisch mit der ersten Frau und somit verloren wir nicht nur Kundinnen sondern auch viel Geld an die Anwälte. Die erste Frau wurde (fast) ausbezahlt, da es aber nicht schnell genug ging empfahl man ihr sich einen Titel zu besorgen, den sie dann im Juni 2004 auch einsetzte.
Fehler Nummer 5: Um unsere angeschlagene Firma zu retten wechselten wir das Steuerbüro im Januar 2004. Im März 2003 eröffneten wir eine Filiale in der nächst größeren Stadt Wir führten täglich Telefonate mit unseren Lieferanten weil wir noch nicht einmal mehr das 60-Tagesziel einhalten konnten. Alle haben sich bereit erklärt sich mit unseren Zahlungsvorschlägen einverstanden zu erklären. Die Geschäfte liefen noch schlechter als zuvor. Textilien waren nicht mehr gefragt, wir sind ein Fachgeschäft DOB. Unsere Zahlungsmoral wurde schlechter und schlechter. Inzwischen hatten wir schon sehr viel Geld bezahlt an unser Steuerbüro für „Unterstützungen“ im schriftlichen etc. Im April 2004 meldeten wir bei dem Gericht die Liquidation an. Wir wollten nicht aufgeben! Der Anwalt setzte ein Schreiben auf mit denen wir unsere Lieferanten informierten, auch dieses Mal reagierten unsere Lieferanten fabelhaft. Mit der Liquidation wollten wir die GmbH auflösen und eine neue Firma gründen. In erster Linie aber dafür sorgen das die Filiale eine eigenständige Firma wird! Auch dieses Mal fragte ich im nun neueren Steuerbüro ob ich diesen Schritt bei unserer Hausbank bekunden muß. Die Antwort: wir haben sowieso einen Termin das reicht wenn wir dann berichten. Die Hausbank erfuhr aus den amtlichen Nachrichten von unserem Schritt und kündigte daraufhin unsere Kredite, selbst über unser Konto konnten wir nicht mehr verfügen ohne die Zustimmung der oberen Etage! Mit unserem Anwalt und dem Steuerberater nahmen wir den Termin wahr und legten unsere Liquidationsliste vor. Sie wurde belächelt und angezweifelt. Eine klitzekleine Chance hatte man uns dann doch eingeräumt. Der berühmte Satz: „Sie stehen mit dem Rücken an der Wand“ fiel in diesem Hause nicht das erste Mal. Zeitgleich hat die erste Frau von ihrem Titel „Gebrauch“ gemacht, weil kein Geld mehr gezahlt werden konnte. Nichts ging mehr! Unsere Vermieter pochten auf Einhaltung der 10-Jahresverträge und schickten unfreundliche Anwaltsschreiben. Unnötige Kosten liefen auf.
Fehler Nummer 6: Am 08.06.2004 beantragten mein Mann und ich persönlich die Insolvenz, etwas das wir gerne umgangen wären aber nun gezwungen waren. Die Insolvenz wurde am 01.07.2004 eröffnet. Ich wurde zuvor von dem vorläufigen Insolvenzverwalter entlassen und mein Mann bekam ein Monatsgehalt gezahlt. Mit unserem Metier kannte sich der Insolvenzverwalter nicht aus und so sahen wir auch nichts schlimmes darin ihm behilflich zu sein was die Bewertung der Ware und dem Inventar anbelangte. Unsere 18 Damen erhielten die Kündigung, ja und ich war kostenlos im Einsatz, denn ich wollte das Bestmögliche Ergebnis erzielen. Bis zum 30.09.2004 war der Verkauf geplant, am 19.09.2004 war gänzlich Schluß. Die Räumlichkeiten hatte der Insolvenzverwalter zum 31.10.2004 gekündigt. Worauf die Vermieter sich nicht einließen weil sie ja eine (dumme) Bürgin hatten. Zwischenzeitlich wurde ich privat am Sonntagnachmittag von dem Insolvenzverwalter angerufen und gefragt ob ich nicht die Filiale übernehmen möchte. Seine Worte: ihr Mann geht sowieso in die Verbraucherinsolvenz da können sie doch zum Lebensunterhalt in der Filiale dazu beitragen.“ Ja, ich war begeistert! Wir verhandelten über den Wert der verbliebenen Ware. Natürlich habe ich die günstig bekommen, weil mir gesagt wurde: „wenn sie nicht wollen ich verhandel schon mit Kerber“ Ein Haus zu dem wir hinsehen können. Da sollte unsere Ware verramscht werden? Nein ich biß lieber in den sauren Apfel und vereinbarte monatliche Abträge an den Insolvenzverwalter. Zuvor wollte der Inso-Verwalter wissen ob die Stammeinlage vollständig eingezahlt worden ist. Ich kramte durch sämtliche Unterlagen und fand einen Überweisungsbeleg, dieser allerdings sagt nichts aus! Das Geld wurde bewegt. Also wurde mir ein Betrag in Höhe von zusätzlichen 25.000,- Euro in Aussicht gestellt die ich zu übernehmen hätte. Die Hausbank legte mir die Bürgschaften vor für die ich nun einstehen musste. Ebenso die Versicherung, ein Mietvertrag bis zum Jahr 2009!
Ja, ich war blauäugig, aber ich wollte es schaffen!!!
Fehler Nummer 7: In den Wochen vor der Insolvenz wurde uns geraten die Einnahmen nicht auf das Konto einzuzahlen, sondern die Rechnungen des Steuerbüros, des Anwaltes, das Finanzamt und einige mehr wurden „bar“ bezahlt. Ich versuchte die Lieferanten zu bezahlen die eine „kleine“ summe erhielten. Viele waren es nicht. Im Rückblick allerdings muß ich sagen wenn ich die runde Summe von 20.000,- Euro die unser Steuerbüro in Bar erhalten hat lieber an einige kleine Firmen gezahlt hätte wäre mir heute wohler. Aber da ist immer das Einreden eines schlechten Gewissens, so nach dem Motto: sie wollen doch das wir weiter für sie tätig werden dann zahlen sie doch schon mal im voraus die Summe x.
Fehler Nummer 8: Am 01.07.2004 eröffnete ich „mein“ Geschäft. Im Handelsregister sollte e. Kfr. eingetragen werden. Alles unnütze Kosten! Eine Gründung LTD wurde von meinem Steuerberater abgelehnt. Ich sollte mich umsehen und versuchen den Betrag von Euro 25.000,- zu bekommen. KEINE CHANCE. Und eine GmbH? Damit war ich fertig. ALLES geht verloren bei einer GmbH, weil jeder eine zusätzliche Absicherung haben möchte. Mein Geschäft machte mir Freude. Oberflächlich! Schon bald stellte sich ein „Heimattourismus“ ein der beauftragt durch die erste Frau „unser“ Geschäft bespitzeln sollte. Damit lernte ich umzugehen. Ich verhandelte mit der Sparkasse über „angemessene“ Abträge, mit dem jetzigen Vermieter über einen monatlichen Kautionsabtrag, ich suchte händeringend nach einer Bank bei der ich ein Guthabenkonto führen konnte. Letztendlich hat mich meine private Bank „aufgenommen“ allerdings mit einem Privatkonto auf meinem Privatnamen und –anschrift. Ich versuchte lediglich etwas dazu beizutragen „meine Schuld“ abzutragen. Im Juli 2004 wurde ich aufgefordert durch den Anwalt der Versicherung ein Notarielles Schuldanerkenntnis beim Notar zu unterzeichnen. Wieder dieses „ich muß“. Ja ich habe es getan, weil ich „noch“ Ruhe hatte und mit relativ kleinen Beiträgen meinen Schuldenberg zu tilgen versuchte. Aber die Versicherung drängte auf ein „Endergebnis“, zu Deutsch auf einen Zahlungsplan wie ich die rund 290.000,- Euro tilgen möchte. Da reichten meine monatlichen Euro 500,- nicht! Etliche Schreiben verließen die Anwaltsbüros, gemeine Schreiben teilweise. Denn was habe ich damit zu tun wenn sich Anwälte nicht mögen? Ich hatte die Nase voll und stellte mich persönlich dem Direktor der Versicherung vor und unterbreitete ihm den Vorschlag diese emense Summe in einer Rentenversicherung abtragen zu können. Es wurde eine Lebensversicherung in der ich monatlich 1.500,- Euro einzahle bis zu meinem 60. Lebensjahr. Das Bild das sich mir beim Abschluss bot ist eingebrannt: der Direktor saß händereibend mit einem süffisanten Lächeln vor mir. Ich hatte das schlechteste Geschäft meines Lebens gemacht, nebst Notariellem Schuldanerkenntnis, das dritte!
Fehler Nummer 9: Ich habe keine Kraft mehr. Mein Kopf kann nicht mehr denken, geschweige denn abschalten. Natürlich haben mich diese „ALTLASTEN“ so ins wanken gebracht das ich erneut die Prozedur erleben muß, werde, will oder sollte. Mit dem Tag als mein Steuerberater „meine“ Zahlen mit mir durchsprach und mir zu verstehen gab das meine ALTLASTEN sich negativ auf mein Unternehmen auswirken zerbrach meine Welt! Kurz gesagt: ich wollte es nicht wahr haben meinen Weg nicht zu schaffen, inzwischen fehlte mir auch das Geld für neue Ware. Wer beliefert schon einen Ableger aus dem insolventen Unternehmen? Eine Lieferantin erklärte sich bereit mir Kommssionsware zu liefern. Es wurde in wöchentlichen Abschnitten abgerechnet. Irgendwann kam der Tag das ausschließlich „Neuware“ verkauft wurde und ich mit diesem Erlös ALLE Kosten decken musste. Die Abrechnungszeiträume mussten gestreckt werden. Allein aus diesem miesen Gefühl heraus will ich einen Weg finden denn diese Unternehmerin muss selbst rechnen. Was wird aus ihr wenn ich „aufgeben“ muss? Erschwerend kam hinzu das Kundenverhalten: die Kundin lässt sich fachgerecht beraten um im Internet oder im großen Kaufhaus zu kaufen, weil GEIZ IST NOCH IMMER GEIL! Und von dem Aufschwung werden wir kleinen Händler sowieso erst in 2 Jahren ein wenig verspüren. Asiatische Produkte sind „IN“, weil BILLIG! Was man sich da seiner Haut antut? Bloß nicht darüber nachdenken! Im letzten Jahr lag ich auf der Intensivstation weil ich keine Luft mehr bekam, ich hatte zu wenig Sauerstoff im Blut und einen zu hohen Blutdruck. Ich genoss einfach nur diese Ruhe, das einströmen des Sauerstoffes in meine Nase und das „Umsorgen“ der Schwestern. Bis heute habe ich mich nicht erholt. Bei Ärzten muss man laut um Hilfe schreien, nicht wahr? Freunde? Die haben wir nicht. Vielleicht ist unser Weg ansteckend? Unsere Familie? Hat sich abgewandt nachdem sie feststellen musste dass wir nicht mehr so großzügig sein können!!! Dabei habe ich 5 Geschwister!!! Wenn ich diesen letzten Schritt gehen sollte weiß ich nicht wo ich landen werde. Die Angst hält mich zurück, weil ich schon soviel gelesen habe wie viel Zeit man ohne Geld leben muss. Mein Mann ist 70 Jahre jung, was wird aus ihm werden? Er hat alles verloren. Sogar ein Stimmband! Die Last die er zu tragen hat, hat ihm auch einen Bandscheibenvorfall beschert. Er macht sich täglich Vorwürfe mich da hinein gezogen zu haben. Manchmal habe ich die Kraft und sage: dafür bin ich allein verantwortlich! Ich brauche Hilfe, aber wo finde ich die? Ich habe jegliche Zuversicht verloren, der Boden unter meinen Füßen ist so schwammig. Wann mache ich mich strafbar? Wann MUSS ich Insolvenz beantragen? Kredite? Für mich? Nein, ich gehöre doch zu dem insolventen Unternehmen, da sagt man höchstens: DAS MACHT KRANK! Dabei geht es um läppische ein paar Tausend Euro. Mein Steuerberater? Den bat ich im Februar um Hilfe, ich wurde an den Anwalt weiter verwiesen. Ja, ok es hat ein wenig genützt, letztendlich muss ich aber sagen: außer Spesen nichts gewesen! Und natürlich Rechnungen!
Vielleicht hilft es mir schon wenn ich „Leidensgenossen“ finde, denn aus unserer ach so „insolventen“ Welt möchte ich ausbrechen. Wir sind Menschen und keine Bestien, wir sind ehrlich und ertragen es nicht mehr „noch mehr“ aufgebürdet zu bekommen.
Manchmal bin ich geneigt meinen Gläubigern zu sagen: ich kann meine Kunden nicht mit dem Lasso einfangen und Terminkunden gibt es in unserer Branche auch nicht.
Ich denke, dass Sie sich einen Menschen Ihres Vertrauens in Ihrer Nähe suchen. Keinen Steuerberater und keinen Rechtsanwalt! Diese - und dafür werde ich bestimmt erschlagen - sind keine Fachleute, was Unternehmenssteuerung und vor allem Berechnungen für die Zukunft angeht. Es muss ein Mensch sein, der in der Lage ist, sich in Ihre Situation reinzudenken, um daraus Einzelmaßnahmen zu generieren und diese zu einem Gesamtpaket schnürt, das Ihnen hilft. Möglich, dass Ihnen Frau Anne Koark, bei der Suche und beim Finden eines solchen Menschen, behilflich sein kann - ich weiß es nicht.
Oh Carola ! mir graut, wenn ich an diese Belastungen denke - ähnliches habe ich auch hinter mir, aber alleine ohne von einer anderen Person hineingezogen worden zu sein. Vorwürfe helfen da nicht weiter - was Sie falsch gemacht haben wissen Sie selbst - man möchte nur noch :"nichts mehr hören und sehen". Da brauchten Sie einen kompetenten, fremden Menschen,der sich alles einmal genauer ansieht , denn da hat niemand mehr einen Überblick. Am wenigsten Sie selbst. Und die Rolle Ihres Mannes - naja!! Es ist nun mal so. Wo sind Sie zu Hause? ich würde Ihnen gerne einen Rat geben. Schreiben Sie zuerst an Frau Koark und die B.i.G -Leute direkt! Die kennen sicher Jemanden,dazu ist dieser Verein gegründet worden. Und - kein Vertrauen mehr in jene Personen, die Sie bisher beraten haben. E.Bernhardt
zunächst danke dafür das mein Bericht gelesen wurde und für die Zeilen. Es kommt wie es kommen soll!
Ich bin in der Lüneburger Heide zu Hause. Und mein Alter: ich werde 46 Jahre jung! Also noch "kräftig" genug um noch einmal anzufangen. Nachdem ich "meinen Bericht" niedergeschrieben hatte ging es mir etwas besser, klingt eigenartig, aber es ist so. Mir bleibt nicht mehr viel Zeit, insofern habe ich mich entschlossen in der nächsten Woche die Insolvenz zu beantragen. Ich weiß das es auf den Inso-Verwalter ankommt ob mein Geschäft noch eine kleine Chance bekommt, denn meine eigenen Zahlen sind zwar auch gesunken, aber ich habe gegen gesteuert und bin in kleinere Geschäftsräume gezogen. Nur das allein reicht nicht aus! Es tun sich nur unheimlich viel Fragen auf! Einen Teil kenne ich ja bereits durch die "GmbH-Insolvenz".
Vielleicht können meine Fragen beantwortet werden: 1. bei welchen Ämtern kann ich was und wie beantragen? 2. wie lange dauert es bis ein Haus zwangsversteigert wird? Das die Bank ziemlich schnell reagieren wird ist mir klar. 3. wenn ich entlassen werde muß ich zu welchem Amt? 4. es kann auch sein das mein Geschäft geschlossen werden muß, der Weg in die Verbraucherinsolvenz ist "vorgegeben" durch die Altlasten, bin ich gezungen in der Region zu bleiben oder darf ich dahin ziehen wo ich Arbeit finde?
Gibt es einen "Wegweiser" durch den "Insolvenzdschungel"? Gerne würde ich mich unterhalten, aber mit wem ohne für die Zeit zahlen zu müssen? Denn ich habe kein Geld um Unternehmensberater oder dergleichen zu bezahlen.
Zu meinem Mann: mein Mann hat es gut gemeint, es sind MEINE FEHLER. Ich habe zumindest daraus gelernt, denn zeitlebens werde ich mindestens 5mal lesen was ich unterschreibe und meinem "Bauchgefühl" folgen.
Mag sein das meine Zeilen nun ein wenig "durcheinander" wirken, ja das bin auch, weil ich nicht weiß welchen Schritt ich vor dem nächsten tun soll.
Noch eine Frage: kann ich allein die Insolvenz beantragen oder muß dieser Vorgang über mein Steuerbüro abgewickelt werden? An wen wende ich mich?
Bitte schreiben Sie mir Carola !Ich bin ab Samstag weg bis Montag zu einer Messe, obwohl ich kein Geld habe . aber für diese Messe schneide ich es mir aus den Rippen!!:-))
Hallo Hotelkrebs, ich weiß nicht wie ich Ihnen schreiben soll! Ich habe doch auch schon alles geschrieben.......ich kenne mich mit Foren nicht so aus. Falls dies nun nicht richtig sein sollte wünsche ich Ihnen viel Erfolg für die Messe........... herzlichen Gruß Carola